Das Geheimnis des Bernsteins

Cover AmbraAm Ende verschwinden zwei Menschen und Kinga Mischa, die Hauptfigur des Romans, findet sich eingeschlossen in einer kleinen Kammer wieder. Vor ihr auf dem Tisch liegen zwei leere Hefte, in denen sie alles aufschreiben soll, was im Laufe des letzten Jahres geschah und das Verschwinden dieser zwei Menschen, ihres Großcousins Bartosz und seiner Freundin Renia, aufklären könnte. Dieses Ende ist der Anfang, denn Kinga setzt sich an den Tisch, nimmt einen Stift und beginnt zu schreiben.

Bartosz und Renia nahmen Kinga am Bahnhof in Empfang, als sie gut ein Jahr zuvor in der Stadt am Meer ankam. Continue reading →

Gott braucht dich nicht – Religiöses Buch des Monats November

Esther Maria Magnis erzählt die Geschichte ihres Glaubens, ihre ganz persönliche existenzielle Geschichte mit Gott, eindringlich und in erfrischend formelfreier Sprache. Es ist eine Geschichte eines wütenden Abschieds von Gott, der nicht verhindert hat, dass ihr Vater an Krebs starb, und der allmählichen, geradezu unaufhaltsamen Wiederannäherung. Sie fordert, Gott wieder ernst zu nehmen, auch seine dunkle, für Menschen unverständliche Seite anzuerkennen, statt ihn als den „lieben“ Gott zu verniedlichen. Borromäusverein und Sankt Michaelsbund empfehlen ihr Buch „Gott braucht dich nicht“ als Religiöses Buch des Monats November.Continue reading →

Religiöses Buch des Monats Mai: Warum Christsein?

CoverWarum überhaupt sollte heutzutage noch jemand Christ sein?  fragt der englische Dominikaner Timothy Radcliffe in seinem Buch, das Borromäusverein und Sankt Michaelsbund als Religiöses Buch des Monats Mai empfehlen.

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt der christliche Glaube in Europa weitgehend als Selbstverständlichkeit. Heute dagegen muss sich ein Christ auch im Langezeit christlich geprägten Abendland wieder fragen lassen (und auch sich selbst fragen), warum er eigentlich Christ sei, weshalb überhaupt jemand Christ sein sollte. Der englische Dominikaner Timothy Radcliffe erzählt, diese an ihn gestellte Frage habe ihn zunächst zu der spontanen Antwort veranlasst „Weil es wahr ist“. Bald habe er aber gespürt, dass diese Antwort nicht ausreiche, dass Interessenten am christlichen Glauben gerade auch wissen wollen, wie denn die Christen mit ihrem Leben bezeugen würden, dass sie selbst an die Wahrheit des Christentums glauben. Welche Auswirkungen hat also der christliche Glaube auf unser Leben? Schon im Vorwort macht der Autor klar, dass die Christen nicht unbedingt die moralisch besseren Menschen seien – aber Christus sei auch nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder (Mk 2,17). Es geht ihm vielmehr darum, jenen Seiten des christlichen Glaubens nachzuspüren, die darauf hinweisen, dass Gott der Sinn unseres Lebens ist.Continue reading →

Horizonterweiterung in Segeltuchschuhen

CoverEin Mann, ein Brief, ein Paar Segeltuchschuhe und 1000 Kilometer quer durch England: Rachel Joyce erzählt in ihrem Debüt „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“eine berührende Geschichte von Aufbruch, Schuld und Vergebung.

Alles beginnt mit einem Brief. Ein Brief von einer Arbeitskollegin namens Queenie, von der Harold seit zwanzig Jahren nichts mehr gehört hat. Damals verschwand sie von einem Tag auf den anderen, ohne ein Wort des Abschieds. Jetzt schreibt sie einen Abschiedsbrief. Queenie hat Krebs, die Ärzte können nichts mehr tun, sie wird in absehbarer Zeit sterben.

Harold ist mit dem Brief völlig überfordert. Er ist ein schüchterner Mensch, im Umgang mit anderen unsicher und gehemmt. Wie soll er reagieren? Was schreibt man einem Menschen, der im Sterben liegt?Continue reading →

Gute Gründe für ein Leben in der Kirche – Religiöses Buch des Monats April

Cover„Gute Gründe für ein Leben in der Kirche“ nennt der Grazer Dogmatiker Bernhard Körner in seinem Buch, das Borromäusverein und Sankt Michaelsbund als Religiöses Buch des Monats April empfehlen. Sie ist allen Fehlentwicklungen zum Trotz Botschafterin Gottes in unserer Welt und hat den Auftrag, den Menschen das Evangelium von der Liebe Gottes nahezubringen.

„Kirche – das ist mehr als eine Botschaft, es ist eine Lebensmöglichkeit.“ Eine schöne Formulierung – aber tragfähig angesichts der Kirchenkrise? Ist die erlebte Kirche der Gegenwart nicht ungleich trister, als es diese Worte nahelegen?

Gegen dieses Gefühl schreibt Bernhard Körner an, Professor für Dogmatik in Graz. Gegen den großen Frust, der sich wie eine Grippeepidemie ausbreitet, erinnert er seine Leserinnen und Leser an das, was Kirche ausmacht und worauf es ankommt: Sie ist die Botschafterin Gottes in dieser Welt. Ihr Auftrag besteht in der Verbreitung des Evangeliums, also der Zusage, dass Jesus in seinem Tod und seiner Auferstehung das Tor zu Gott geöffnet hat und „dass wir im Wissen um Gottes unverbrüchliche Liebe selbst Liebe riskieren können – auch dort, wo es menschlich schon fast verrückt ist.“Continue reading →